Privat oder Öffentlich?

Immer mal wieder bekomme ich eine E-Mail oder Nachricht über das Kontaktformular, ob ich mich nicht einem FLR-Stammtisch anschließen möge, zu einem FLR-Treffen kommen würde oder nicht sogar Lust hätte, selbst eines zu organisieren.

Ich muss gestehen, dass ich dieser Form des persönlichen Austausches nur wenig abgewinnen kann. Das liegt mitnichten daran, dass ich derartige Treffen für fragwürdig hielte, oder sie gar verurteilen würde. Im Gegenteil. Gerade Anhänger der weiblich geführten Beziehung sollten tolerant für jede Form des Auslebens sein, das das Leben bietet. Auch ich bin tolerant gegenüber diesen Treffen, ich habe nur schlicht keine Freude daran, dort hinzugehen.

Der Grund liegt im Wesentlichen in meiner Einstellung zum Thema „Weiblich geführte Beziehung in der Öffentlichkeit“. Ich bin da vielleicht etwas altmodisch, aber für mich persönlich ist eine Beziehung eine Vereinbarung zwischen zwei Menschen, wie sie ihr Zusammenleben gestalten wollen. Und auch wenn ich mit meinem Blog quasi „Werbung“ für diese Form der Beziehung mache, so stellt es für mich einen fundamentalen Unterschied dar, mich anonym im Internet zu äußern, oder in der Öffentlichkeit (von mir aus auch im geschützten Rahmen einer geschlossenen Gesellschaft) meinen Lebensstil, bzw. den Lebensstil von meinem Partner und mir, zur Schau zu stellen.

Ich ganz persönlich habe einfach für mich entschieden, dass zu meiner Art eine FLR zu leben gehört, dass nur mein Partner und ich wissen, wie wir unsere Partnerschaft gestalten. Es geht dabei weniger darum, dass ich mir Sorgen mache, jemand könne Anstoß an gewissen Bestandteilen der Beziehung wie Keuschhaltung oder körperlichen Bestrafungen nehmen. Vielmehr geht es darum, dass ich der Auffassung bin, dass das, was sich in einer Beziehung abspielt, generell niemanden Außenstehendes etwas angeht. Diese Diskretion innerhalb einer Beziehung ist für mich ein zentrales Element einer gesunden Partnerschaft, zumindest, wenn ich einer der beiden Partner bin. Ich bewerte dabei keine Beziehung als negativ, in der dieser Aspekt anders gelebt oder auch gesehen wird. Aber für mich ist Privatsphäre einfach wichtig und ich möchte mich mit niemandem persönlich über die Gestaltung meiner Partnerschaft austauschen oder auch nur die Rahmenbedingungen nach außen tragen. Mir ist sie dafür einfach zu persönlich, man könnte auch sagen heilig.

Darum gehe ich nicht zu Stammtischen oder jeder anderen gearteten Form von Veranstaltungen im FLR-Kontext.

An oberster Stelle sollte aber für jede Leserin und jeden Leser der Grundsatz stehen, dass Sie oder Er die gemeinsame Beziehung so gestalten kann wie beide Partner sich das wünschen. Sollten persönliche Treffen mit Gleichgesinnten, die ebenfalls weiblich geführte Beziehungen führen dazugehören, dann ist das natürlich in Ordnung.

Viele Grüße,

Eure Elisabeth

 

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