Cuckolding – Der zweite Mann

Cuckolding

Ein Thema, das in FLR Beziehungen eine Rolle spielen kann, ist Cuckolding. Das Wort erinnert entfernt an den Kuckuck, der sinnbildlich für außerehelichen Geschlechtsverkehr steht.
Eine der Herausforderungen einer weiblich geführten Beziehung besteht darin, dass die Frau die Sexualität des Mannes oft vollständig kontrolliert. In vielen Beziehungen hält die Frau den Mann keusch und der Mann stellt seine Bedürfnisse stark zurück. Dies führt mitunter dazu, dass der Mann oft nicht mehr die Initiative bei sexuellen Aktivitäten neigt. Oft empfinden Frauen diesen Umstand als Verlust von Leidenschaft, obwohl das Beziehungsmodell der FLR an und für sich als sehr harmonisch wahrgenommen wird. Bei der Frau paart sich dann das Gefühl der Zufriedenheit mit dem Gefühl, dass etwas fehlen könnte. Außerdem haben auch dominante Frauen mitunter das Bedürfnis, wilden und leidenschaftlichen, vielleicht sogar harten Sex zu erleben.

Das Machtgefälle in einer FLR stellt hier oft ein Hemmnis für beide Seite dar.  Es besteht die Sorge, dass es der weiblich geführten Beziehung schaden könnte, wenn sich die Frau auch dem Mann einmal hingibt. Eine Freundin von mir drückte es einmal so aus: „Ich will einfach ab und zu richtig durchgefickt werden.“ Auch wenn ich nicht zu derartig plastischen Ausdrucksweisen neige, ist mir das Gefühl durchaus bekannt und nachvollziehbar und vermutlich wird es vielen dominanten Frauen ähnlich gehen.

Eine naheliegende Lösung ist es, dass sich die Frau die Befriedigung nach hartem Sex außerhalb der Beziehung sucht. Moral und Anstand spielen bei den folgenden Überlegungen dabei keine Rolle, allerdings möchte ich direkt vorweg den Hinweis geben, dass das Ausleben von Sexualität außerhalb der festen Partnerschaft oft zu Problemen führt und mir persönlich sehr viele Beispiele bekannt sind, in denen die Beziehung massiven Schaden daran genommen hat. Ich persönlich habe vor einigen Jahren auch einmal ein zweigleisiges Modell gefahren, allerdings nur im Rahmen loser Beziehungen, die nichts mit einer festen Partnerschaft zu tun hatten.

Rein sachlich betrachtet hat die Frau die Möglichkeit, sich sämtliche sexuelle Erfüllung, die ihr der eigene Partner nicht bieten kann, an anderer Stelle zu verschaffen. Konkret bedeutet das, dass sie mit einem anderen Mann ins Bett (oder an einen anderen geeigneten Ort) geht. Kennzeichnend für das Cuckolding ist es dabei, dass der eigene Partner dieses Verhalten kennt und formal akzeptiert. Die Frau geht also nicht heimlich fremd, sondern es besteht zumindest formal ein Konsens über dieses Verhalten.

Aus meiner Erfahrung ist es auch für einen devoten Mann sehr hart, akzeptieren zu müssen, dass sich die eigene Partnerin einem anderen Mann hingibt. Auch wenn das Machtgefälle die Frau formal dazu „berechtigt“ andere Männer zu treffen, so kann gerade in moderaten Beziehungen ein Konflikt entstehen, der im schlimmsten Fall die Beziehung scheitern lässt. Der Anspruch auf Exklusivität ist einfach zu tief in einem Menschen verwurzelt, das macht auch vor devoten Männern nicht halt. Eine Frau sollte daher, auch wenn der Mann ihr das Abenteuer mit einem anderen Mann zugesteht, stets kritisch hinterfragen, ob Cuckolding der richtige Weg ist. Alternativ könnte man zum Beispiel den schweren Weg gehen und die Leidenschaft von seinem Partner einfordern. Dies erfordert großes Fingerspitzengefühl und eine sehr intensive Auseinandersetzungen mit den eigenen Wünschen. Der  Kommunikationsaufwand ist entsprechend hoch. Eine Beziehung lässt sich jedoch ohnehin nur über Kommunikation und gegenseitige Achtung erfolgreich gestalten,
Ein weiterer Weg ist das heimliche Fremdgehen, das rein objektiv betrachtet, den Vorteil gegenüber dem Cuckolding hat, dass der Partner sich nicht verletzt fühlt.  Natürlich ist letzteres mit anderen Nachteilen behaftet, vor allem wird es als eher unstatthaft wahrgenommen. Man muss sich die jeweilige Beziehung immer sehr genau anschauen. Es gibt aber durchaus Konstellationen, wo ich der Dame zu diskreten Arrangements raten würde, die sich außerhalb der Wahrnehmung ihres festen Partners abspielen.

Cuckolding als sexuelle Spielart/Vorliebe

Der Begriff Cuckolding wird oft auch gebraucht um eine sexuelle Vorliebe zu beschreiben, bei der der Mann Lust daraus zieht, dass seine Frau (ggf. sogar in seinem Beisein) mit einem anderen Mann Geschlechtsverkehr hat. Dieser andere Mann wird oft als „Bull“ bezeichnet. Im Mittelpunkt steht dabei die Erniedrigung des Mannes durch die Frau, daher ist diese Spielart eher dem BDSM-Bereich zuzuordnen. Das bedeutet, dass auch wenn sexuelles Cuckolding in einer FLR vorkommen kann (damit ist dann vielleicht sogar allen geholfen), hat es nicht dieselbe Relevanz wie das Cuckolding zur Beseitigung des Mangels an Leidenschaft, den die Frau vielleicht verspürt.

Letzte Überarbeitung: 19.10.2017

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