Die Blockade im Kopf

Ein Thema, mit dem sich Menschen, die sich für das Thema FLR zu interessieren beginnen, immer wieder konfrontiert sind, ist das Gefühl einer inneren Blockade im Kopf. Insbesondere Frauen, die den Gedanken eine Führungsrolle zu übernehmen an sich durchaus attraktiv finden, tun sich in der Umsetzung gerade zu Beginn oft schwer.

Zum einen werden einige Aspekte einer „klassischen weiblich geführten Beziehung“ als gewöhnungsbedürftig wahrgenommen. Egal ob es um das Thema Bestrafung des Partners oder zum Beispiel die Keuschhaltung geht, für viele Frauen gehen die meisten Aspekte einer FLR gerade am Anfang einfach zu weit.

Wenn man Frauen fragt, wie sie von dem Konzept der FLR erfahren haben, dann höre ich oft, dass es die Männer waren, die ihnen davon berichteten. Neugierig informieren sich viele dann, unter anderem auf meiner Webseite, aber auch bei Wikipedia oder anderen Informationsquellen und kommen so bereits ein relativ festes Bild, wie eine FLR zu sein hat. In viele Köpfen entsteht der Eindruck, eine FLR bestünde vor allem aus Regeln, Keuschhaltung, Spanking, Tease and Denial und ggf. Cuckolding.

Aus irgendeinem Grund scheinen gerade Anfängerinnen dann den Drang zu verspüren, gleich zu Beginn eine „perfekte FLR“ ins Leben rufen zu wollen. Dieser Anspruch wird dann schnell von der Realität eingeholt, spätestens wenn sie merken, dass sie z.B. große Skrupel haben, einen Mann zu versohlen oder, dass Sie es gewöhnungsbedürftig finden, ihn einen Peniskäfig tragen zu lassen.

An irgendeinem Punkt blockiert dann der Kopf und das Konzept FLR stößt auf Ablehnung. Die Dame verliert die Lust und empfindet es schlicht als anstrengend, in einer FLR zu leben. Ich habe zwar an verschiedenen Stellen immer wieder darauf hingewiesen, dass es nicht „die eine“ FLR gibt. Auch andere Ratgeber und Webseiten geben immer wieder diesen wichtigen Hinweis. Trotzdem scheinen viele Damen und Paare in die „Perfektionsfalle“ zu tappen, in dem sie sich dem selbstauferlegten Anspruch aussetzen, alles „richtig“ machen zu wollen.

Hier mein Rat, an alle Damen, denen es zu viel wird, bzw. was man als Anfängerin beachten sollte um keine Blockade im Kopf zu bekommen:

  1. Bestimme Dein eigenes Tempo. Du entscheidest was, wann, wie schnell und in welcher Intensität. Und mach Dir, bzw. macht Euch bewusst: Es gibt kein „richtig oder falsch!“
  1. Beginne langsam. Du hast Dich über verschiedene Möglichkeiten informiert, wie eine FLR aussehen kann? Sehr gut. Dann such Dir jetzt das raus, was Dir am besten zusagt. Und zwar nur das. Alles andere kannst Du nach hinten verschieben.
  1. Setzte nur die Teilaspekte einer FLR um, die für Dich in Ordnung sind. Wenn Du Dir etwas nicht vorstellen kannst, dann mach es nicht zu Deiner Art, eine FLR auszuleben. Und keine Sorge. Wenn Du Deine Meinung änderst, kannst Du immer noch Anpassungen vornehmen.
  1. Was die anderen angeht: Natürlich gibt es auch Paare, die ihre FLR „offen“ ausleben, aber generell sollte Beziehungsarbeit zwischen zwei Menschen stattfinden. Und nur diese beiden Menschen sollten sich damit auseinandersetzen müssen. Was in den eigenen vier Wänden passiert geht niemanden etwas an.
  1. Habe keine Angst vor Fehlern und probiere Dinge einfach mal aus. Wenn es nichts für Dich ist, wunderbar. Wenn doch: Umso besser.
  1. Tausche Dich in Internetforen aus und frag ggf. um Rat, wenn Du nicht weiter weißt. Aber Vorsicht. Bevor Du Ratschläge von Fremden umsetzt, reflektiere sie stets, ob das was Dir geraten wird auch wirklich das ist, was Du möchtest. Das gilt für meine Hinweise und Artikel genau so, wie alles, was Du auf anderen Webseiten oder in Büchern liest.

Letzte Überarbeitung: 11.02.2017

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