Financial Domination

Es gibt einen Aspekt, der manchmal (nicht immer) im Zusammenhang mit der weiblich geführten Beziehung genannt wird, zu dem ich klarer als ich es sonst tue, Stellung nehmen möchte.
Normalerweise ist es meine Absicht Denkanstöße zu setzen und ich verfolge das Kredo, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. Darum vermeide ich es in aller Regel, Texte auf dieser Seite dogmatisch zu formulieren.
Beim Thema Financial Domination weiche ich von diesem Vorgehen bewusst ab. Mit Financial Domination ist gemeint, dass die Frau sämtliche finanzielle Angelegenheiten des Mannes kontrolliert und sein gesamtes Vermögen verwaltet. Der Mann hat keine Verfügungsgewalt über sein Geld und erhält maximal einen kleinen Taschengeldbetrag.
Ich möchte an dieser Stelle nicht bewerten, ob Financial Domination überhaupt etwas mit FLR zu tun hat, zu beobachten ist jedenfalls, dass das Thema ab und zu im FLR – Kontext auftaucht.

Meine klare Position dazu ist, dass ich erstens Financial Domination für mich persönlich strikt ablehne. Zweitens rate ich auch jedem Paar dringend davon ab, Financial Domination zum Gegenstand der weiblich geführten Beziehung zu machen.

Die Hauptgründe dafür sind folgende:

1. Die Fähigkeit, mit Geld umzugehen und die eigenen finanziellen Angelegenheiten zu regeln, stellen einen essentiellen Bestandteil der eigenen Lebensfähigkeit und Alltagstauglichkeit dar. Hier sollte man niemandem die Verantwortung abnehmen, im Gegenteil. Man sollte – in Fällen, in denen der Mann zur Verschwendung neigt – Impulse setzen, verantwortungsvoll mit seinem Geld umzugehen. Dies tut man aber nicht, in dem man die Kontrolle über die Finanzen des Mannes übernimmt. Nur indem er selbst für sein Geld verantwortlich ist, erlernt oder bewahrt er die Fähigkeit, diese Dinge zu regeln. Dinge, die man objektiv als Verschwendung bezeichnen würde, darf man natürlich sanktionieren und bestrafen, allerdings sollte die Frau dies nicht zum Anlass nehmen, die alleinige Kontrolle über die Finanzen des Mannes zu übernehmen. Es gibt ja auch noch den guten alten Rohrstock.

2. Beziehungen können sich ändern und manchmal auch enden. An diesem Zeitpunkt und auch schon dann, wenn ein Ende sich anbahnt, hat der Mann einen sehr klaren Nachteil, wenn er keinen Überblick über seine finanzielle Situation hat. Selbst Ehen werden zu einem hohen Anteil wieder geschieden, es gibt also auch bei einer FLR keine Garantie für ewiges Glück. Das Risiko, dass er zum Ende einer Beziehung von einer Partnerin nicht gerecht behandelt wird (ich drücke es mal milde aus), ist auch bei ansonsten ehrbaren Damen nicht zu unterschätzen, insbesondere dann, wenn der Trennungsprozess sich so gestaltet, dass ein freundschaftliches Auseinandergehen nicht möglich ist.

3. Bereits auf der Suche nach einer weiblich geführten Beziehung besteht für den Mann die Gefahr, an eine Dame zu geraten, für die nicht die FLR, sondern der Financial Domination Aspekt im Vordergrund steht. Natürlich sind solche Damen für den objektiven Betrachter schnell zu enttarnen, allerdings sind verliebte Männer nicht selten etwas eingeschränkt in ihrem Urteilsvermögen und können daher in eine Falle tappen.

Natürlich bedeutet meine Ablehnung von Financial Domination nicht, dass ich es verurteile, wenn die Frau bei großen Anschaffungen das letzte Wort hat. Ich persönlich bespreche diese Dinge (etwa den Kauf eines gemeinsamen Autos oder teuren Elektrogerätes) zwar auf Augenhöhe mit meinem Partner, aber auch hier ist ein kleines Machtgefälle durchaus in Ordnung.

Wichtig ist aber aus meiner Sicht, dass der Mann über seinen Verdienst (so er nicht der alleinige Ernährer der Familie ist, in diesen Fällen sollte man es sinnvoll aufteilen) eigenverantwortlich verfügen kann und sowohl Überblick, als auch Kontrolle über seine finanziellen Angelegenheiten hat.

Letzte Bearbeitung: 27.11.2016

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