Führung in einer FLR

Liebe Leser meines FLR-Blogs!

Ich bekomme sehr oft Zuschriften in denen es darum geht, dass vorwiegend Männer sich darüber beklagen, dass ihre Partnerin sich schwer mit „echter Führung“ tut. Ab und zu fragt auch eine weibliche Leserin, wie man echte Führung ausübt. Diese Anfragen gehen oft in eine sehr ähnliche Richtung, bzw. sie kommen alle aus einer sehr ähnlichen Ecke, nämlich aus der wirtschaftlichen. Es scheint Menschen zu geben, die eine weiblich geführte Beziehung oder weiblich geführte Ehe mit einem Arbeitsverhältnis verwechseln. In der Wirtschaft bzw. Wirtschaftslehre gibt es einen recht fest und gut definierten Führungsbegriff. Man spricht auch von unterschiedlichen Führungsstilen, wie etwa dem kooperativen oder autoritären Führungsstil. Ab und zu kann man in Internetforen Diskussionen verfolgen, in denen sogar mit militärischem Fachwissen aufgetrumpft wird, hier ist dann oft von Führen durch Befehl oder Führen mit Auftrag die Rede.

Hauptmerkmal in der Wirtschaft für eine Führungskraft ist jedoch nicht, ob jemand einen oder mehrere Untergebene hat, sondern ob jemand ein sogenannter Entscheider ist. So kann es durchaus sein, dass sogenannte „Teamleiter“ mit 20 Mitarbeitern „unter sich“ keine Führungskräfte sind, da sie nichts entscheiden. Die Chefsekretärin eines Regionaldirektors einer großen Bank mit weitreichendem Entscheidungsspielraum in verschiedenen organisatorischen Bereichen aber ohne eigene Mitarbeiter ist jedoch sehr wohl eine Führungskraft, da sie eben entscheidet.

So viel zum Exkurs, kommen wir zum Thema FLR zurück. Das Problem, das aus meiner Sicht viel zu oft nicht gesehen wird ist, dass eine Beziehung nur sehr wenig mit einem wirtschaftlichen Unternehmen zu tun hat. Eine Beziehung ist eine Vereinbarung zwischen zwei Menschen, die vorzugsweise aus emotionalen Gründen gemeinsam entschieden haben, ihr Leben miteinander zu teilen. Eine weiblich geführte Beziehung zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Frau gewisse Regeln durchsetzt, die beide gemeinsam vereinbart haben. Sie gibt vielleicht auch mal die Richtung vor. Aber sie ist keine Unternehmen-Chefin, die jede Entscheidung trifft und alleine verantwortet. Auch in weiblich geführten Beziehungen sollten Mann und Frau in der Lage sein, Entscheidungen gemeinsam zu treffen und vor allem auch zu verantworten. Wenn das nicht so ist, dann ist der Mann nur eine willenlose Drohne, die der Frau gefügig ist. Das mag eine schöne – und vor allem männliche – Phantasie sein, selbstbewusste Frauen wollen aber auch selbstbewusste Männer an ihrer Seite, die ihren Teil der Verantwortung tragen. Eine Frau in einer weiblich geführten Beziehung möchte keine Firmenchefin sein, sie nimmt vielleicht mehr Einfluss als der Mann auf das gemeinsame Zusammenleben, aber auch er hat meiner Auffassung nach ein Mitbestimmungsrecht bzw. sogar die Pflicht, sich gestalterisch einzubringen. Und Aspekte wie Keuschhaltung oder das Versohlen des nackten Hinterns mit dem Rohrstock sind Themen, die man ebenfalls gemeinsam entschieden hat, weil man sich für die gemeinsame Beziehung davon positive Effekte verspricht. Aber auch diese Aspekte sollten ja im Rahmen einer getroffenen Vereinbarung gemeinsam entschieden worden sein, der Mann hat also aktiv zugestimmt.

Weibliche Führung in einer Beziehung hat also erst mal nichts mit Führung in einem Wirtschaftsbetrieb zu tun. Natürlich gibt es auch Gemeinsamkeiten, etwa den Aspekt der Kontrolle. Eine Führungskraft sollte wissen, wie man Kontrolle ausübt und auch weiblich geführte Beziehungen haben ja mitunter sehr kontroll-lastige Zutaten wie etwa den Keuschheitsgürtel bzw. Peniskäfig.

Aber eine Beziehung ist und bleibt immer eine emotionale Bindung zwischen zwei Menschen und keine Firma.

Viele Grüße,

Eure Elisabeth

 

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