Keuschhaltung: Die Fokussierung des Mannes

Sucht man im Internet nach dem Thema „Keuschhaltung“, so wird man sicherlich – neben einer Vielzahl an pornografischen und wenig erbaulichen Inhalten – Auflistungen der verschiedensten Vorteile der Keuschhaltung des Mannes durch die Frau finden. Das Problem ist, dass viele dieser Listen immer einen faden Beigeschmack haben, da das ganze oft sehr einseitig, und manchmal auch pseudo-sachlich dargestellt wird.
Nichtsdestotrotz sind gewisse Effekte eines Peniskäfigs nicht von der Hand zu weisen, ob ein Paar diese als positiv empfindet, sollte jedes Paar für sich selbst entscheiden. Die allermeisten Paare, die sich für eine weiblich geführte Beziehung entscheiden, werden aber der Keuschhaltung des Mannes in der Regel viel Gutes abgewinnen können.
Einer dieser – in der Regel positiv bewerteten Effekte – ist die Fokussierung des Mannes auf seine Partnerin. Männer neigen dazu, auch wenn es sicherlich Ausnahmen geben mag, nach erfolgreicher Eroberung einer Frau diese nicht mehr prioritär zu behandeln. Es scheint sich mit der Zeit, wenn der erste rosarote Schleier verflogen ist, eine Art „Gewöhnung“ einzustellen, die den Mann zu der Auffassung kommen lässt (ggf. auch unterbewusst), er habe sein Ziel erreicht und müsse nun nicht mehr um die Gunst seiner Partnerin werben. Manche Männer gehen gar so weit, dass sie dann fremden Röcken hinterherschauen oder noch einen Schritt weiter gehen und es nicht beim Schauen bleibt.
Die Idee der Keuschhaltung des Mannes durch seine Ehefrau oder Partnerin nun ist es, dass genau dieser Effekt ausbleibt. Hierzu muss man zunächst die Grundannahme treffen, dass der Mann einen Großteil seiner Energie auf die Erfüllung seiner sexuellen Lust verwendet. Im Klartext: Er tut viel dafür, zum Schuss zu kommen. Sei es, dass er um geeignete Sexualpartnerinnen wirbt, sei es, dass er sich selbst befriedigt. Einem Mann stehen viele Wege offen, sexuell zum Höhepunkt zu kommen, die wenigsten davon führen über den Gunsterwerb gegenüber der eigenen Partnerin. Übrigens soll hier gar nicht der Eindruck entstehen, dass Männer ständig fremd gehen (auch wenn ich glaube, dass ein nicht unerheblicher Teil der Männer das tatsächlich tut), in den allermeisten Fällen wird sich ein Mann bei Bedarf einfach einen runter holen und somit Erleichterung verschaffen.
Kern der Keuschhaltung ist es, dass der Mann entweder durch eine Vereinbarung, oder aber durch eine technische Vorrichtung wie einen Peniskäfig (früher sprach man vom Keuschheitsgürtel) von der Selbstbestimmtheit über Art und Häufigkeit seines Orgasmus befreit wird. Die Frau trifft für ihn die Entscheidung und hat somit die Möglichkeit, sich in den Mittelpunkt des Interesses ihres Partners zu stellen. Hier greift ein einfacher Mechanismus. Die Frau wird den Mann nur dann „zum Zuge“ kommen lassen, wenn dieser sich entsprechend verhält und dieses Privileg verdient hat.
Ein praktisches Beispiel:
Gerade Wochenenden sollten im Zeichen der Partnerschaft stehen, trotzdem vernachlässigen viele Männer ihre Frauen und schenken ihnen nicht die Aufmerksamkeit, die sie sich wünscht und verdient. Hat nun aber die Frau die Möglichkeit, diesen Aufmerksamkeitsentzug durch die Verweigerung des Orgasmus des Mannes zu ahnden, wird er sich deutlich mehr anstrengen, seine Partnerin wertzuschätzen, zu umsorgen oder gar zu verwöhnen. Erfüllt er seine Partnerin mit Freude, so darf auch er sich über einen Orgasmus freuen. Ist er hingegen der Auffassung, seine Partnerin könnte seine volle Aufmerksamkeit entbehren, so wird er auf seinen Orgasmus verzichten müssen.
Ein Mann, der zwei oder drei Tage nicht zum Schuss gekommen ist, wird sehr viel dafür tun, alles zu tun, was sich seine Angebetete wünscht.
„Warum kann er das denn nicht auch ohne Keuschhaltung?“, wird sich mancher Leser oder manche Leserin nun fragen. „Es klingt wie Erpressung“, könnte ein ähnlicher Vorwurf sein. Diese Frage zu beantworten würde sicherlich zu einem Ausflug in die Hobbypsychologie führen. Aber spielt sie überhaupt eine Rolle?
Reicht es nicht, dass es mit der Keuschhaltung einen Weg gibt, den Mann zu motivieren, seinen partnerschaftlichen Verpflichtungen gewissenhaft nachzukommen?
Hierzu vielleicht noch ein Gedanke: Auch wenn wir es Verliebtheit, oder Liebe nennen, die Lust ist es in der Regel, die zwei Menschen zusammenbringt. Der Trieb, das Unterbewusste, die Chemie zwischen zwei Menschen, all das ist der Quell jeder Partnerschaft. Was soll daran verkehrt sein, dass man diese Lust, diesen Trieb und damit schlussendlich die Liebe aufrecht erhält, in dem man sich die Mechanismen zunutze macht, die zwei Menschen überhaupt erst zueinander gebracht haben?
Der Trieb eines Mannes ist so stark, dass er durch die Keuschhaltung dazu gebracht wird, seine Energie zu kanalisieren und in die Beziehungsarbeit mit seiner Partnerin zu stecken. Einer der Hauptgründe für diesen Effekt wird sicherlich darin liegen, dass der Mann vor allem beim Einsatz technischer Vorrichtungen wie einem Peniskäfig, nur noch einen einzigen Weg hat, zum Orgasmus zu kommen. In dem seine Partnerin ihn davon befreit und ihm gestattet, sich sexuell zu befriedigen oder natürlich auch klassisch Sex mit ihm zu haben. Alle anderen Wege, die einen Mann sonst oft vom „rechten Weg“ abbringen, sind im wahrsten Sinne des Wortes verschlossen.
Mit Vernunft und Rationalität hält man eine Beziehung kaum zusammen. Ich persönlich freue mich darum sehr darüber, dass ich für mich diesen Weg der Beziehungspflege und Gestaltung entdeckt habe und der Schlüssel zum Peniskäfig meines Mannes gleichzeitig einer der Schlüssel zu einer glücklichen Beziehung ist.
 Eure Elisabeth Steinhaus
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